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Freizeit Veranstaltungskalender Juni 2011 30.06.-Botschafterin der Republik Ruanda zum Gespräch
30.06.-Botschafterin der Republik Ruanda zum Gespräch

"Als nach dem Holocaust 'Nie wieder' gesagt wurde, galt dies für einige Völker, aber
nicht für alle." (Appollon Katahizi, Überlebender des Genozids in Ruanda) 1994 wurden in Ruanda, einem kleinen Land in Zentralafrika mit damals sieben
Millionen Menschen, in 100 Tagen eine Million Menschen ermordet. Die Täter
gehörten zur Bevölkerungsgruppe der Hutu. Sie waren Mitglieder der Regierung,
Staatsangestellte, Milizen und viele Bürger. Die Opfer gehörten zur Gruppe der
Tutsi oder waren Hutu, die sich mit den Tutsi verständigen wollten.
Der Genozid hat eine lange Vorgeschichte. Daran hat auch die belgische
Kolonialmacht, die Ruanda nach dem Ersten Weltkrieg von Deutschland übernahm,
Anteile. Sie führte eine ethnische Unterscheidung zwischen Hutu und Tutsi ein
und privilegierte die vermögendere, zahlenmäßig geringe Gruppe der Tutsi. 1959
kam es zu einer Revolte der Hutu gegen die Vorherrschaft der Tutsi. Danach flohen
viele Tutsi. Seit 1962 ist Ruanda unabhängig. Nachdem mehrere
Verhandlungsversuche gescheitert waren, gründeten 1990 Tutsi im Exil die
Ruandisch-Patriotische Front (RPF) und versuchten mit ihrem Einmarsch die
Rückkehr aller geflohenen Tutsi zu erzwingen. Bis 1994 dauerte der Bürgerkrieg, er
endete mit dem organisierten Völkermord an den Tutsi.
Auch wenn eine Unterscheidung zwischen Hutu und Tutsi inzwischen verboten ist,
die Folgen des erst 17 Jahre zurückliegenden Völkermords bestimmen die
Entwicklung bis heute. Die Veranstaltung am 30. Juni bietet die Möglichkeit zur
Information und zum Gespräch. Christine Nkulikiyinka, Botschafterin der Republik
Ruanda, wird über die Geschichte und die Herausforderungen in ihrem Land
berichten. Mit ihr diskutieren Prof. Dr. Volkhard Knigge, Direktor der Stiftung
Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, und der Rabbiner Prof. Dr. Walter
Homolka, Direktor des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam.
Moderiert wird das Gespräch von Andreas Postel, Leiter des ZDF-Landesstudios
Thüringen. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Jüdischen
Landesgemeinde Thüringen durchgeführt. Sie findet am historischen Ort der
"Ofenbauer von Auschwitz" statt, weil es um die Bedeutung des Erinnerns für die
Würde der Opfer geht: Wahrheit statt Verdrängung als Möglichkeit für einen
Neuanfang - in Deutschland wie in Ruanda.
Veranstaltungsort: Erinnerungsort Topf & Söhne, Sorbenweg 7.
Beginn: 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

 

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