Erfurt. Große Themen und große Stoffe stehen alljährlich auf dem Spielplan der DomStufen-Festspiele, und das sind nicht immer nur große Opern: 2019 werden die Domstufen wieder zur Musical-Bühne. Umberto Ecos Der Name der Rose ist einerseits eine mittelalterliche Kriminalgeschichte und setzt sich zugleich mit der Rolle der Kirche als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen auseinander.

Ein majestätischer Klosterberg bildet die
eindrucksvolle Kulisse für die spannende und bewegende Handlung – welcher Spielort wäre dafür geeigneter als die Erfurter Domstufen?
Der 1980 erschienene Roman Der Name der Rose wurde zu einem Welterfolg. Dessen Verfilmung von 1986 machte diesen Mittelalter-Krimi international noch weiter bekannt. Eine ganze Welle von dadurch inspirierten Historienromanen und -filmen folgte.
Dem norwegischen Autorenduo Wiik/Kverndokk ist es gelungen, die Vertonungsrechte für Ecos Roman zu bekommen. Es galt dabei, den sehr umfangreichen Roman so zu komprimieren, dass die Handlung innerhalb eines Theaterabends erzählbar wird. „Deshalb werden wir Adso den Älteren als Erzähler einführen, der während des gesamten Abends auf der Bühne anwesend ist. Er erzählt die Geschichte, kommentiert das Geschehen
und treibt die Handlung dadurch voran, dass er dem Publikum Fakten vermittelt, die sonst viel Zeit in Anspruch nehmen würden“ (Øystein Wiik). Dadurch wird auch sichergestellt, dass neben der Kriminalgeschichte auch die philosophischen, poetischen und kontemplativen Aspekte des Romans Berücksichtigung finden. In Erfurt hatten die beiden bereits 2008 mit dem Musical Martin L. unter Beweis gestellt, dass sie ein für die Domstufen
maßgeschneidertes Werk zum Erfolg führen können.
Der Regisseur Axel Köhler, der sowohl an der Dresdner Semperoper als auch bei den Seefestspielen im österreichischen Mörbisch erfolgreich inszenierte, betont das Besondere der Erfurter Open-Air-Bühne: „Das Bühnenbild muss sich einerseits in die Architektur einfügen, andererseits aber den Zuschauer in eine sinnliche Welt der Phantasie entführen. Es geht bei uns – anders als im Buch – um die Suche nach der Sinnlichkeit.
Aber auch nach Unterhaltung, ohne dass es gleich flach wird.“

DomStufen-Festspiele in Erfurt 2019
Der Name der Rose
Musical nach dem Roman von Umberto Eco
Text von Øystein Wiik
Musik von Gisle Kverndokk
Deutsche Übersetzung von Elke Ranzinger und Roman Hinze
Uraufführung
Der Mönch Adso von Melk blickt zurück auf seine Erlebnisse als junger Novize. Er begleitet seinen Lehrer, den Franziskanermönch William von Baskerville, in ein einsam in den Bergen Italiens gelegenes Kloster. Dort kommen führende Köpfe des Franziskanerordens mit einer Gesandtschaft des Papstes zusammen, um brisante theologische Fragen des Für und Wider der Armut der Kirche zu diskutieren und damit gleichzeitig Machtpositionen abzustecken.
Gleich bei seiner Ankunft bittet der Abt des Klosters den für seinen Scharfsinn bekannten William – der früher einmal Inquisitor war –, einen mysteriösen Todesfall aufzuklären, der sich unlängst im Kloster ereignete. Während der folgenden Tage kommen vier weitere Mönche auf ungeklärte Weise zu Tode. Überschattet von diesen Verbrechen gerät die theologische Konferenz zur Farce, die verfeindeten Parteien gehen im Streit auseinander.
Der junge Adso erlebt in diesen Tagen Abgründe menschlicher Verblendung und wird zugleich durch sein erstes Liebeserlebnis vor eine schwere Entscheidung gestellt.
Eine Spur führt William und Adso in die Klosterbibliothek. Dort hütet der blinde Bibliothekar Jorge von Burgos einen besonderen Schatz: das einzig erhaltene Exemplar des „Zweiten Buches der Poetik“ des Aristoteles, in dem es um die Komödie geht. Jorge hält die in diesem Buch vertretene positive Einstellung zur Freude und zum Lachen für derart verwerflich, dass er es lieber vernichten würde, als es in fremde Hände fallen zu lassen. Am
Ende kann William zwar die Todesfälle klären, aber nicht verhindern, dass die gesamte Bibliothek in Flammen aufgeht.

Uraufführung
Fr, 09. August 2019, 20 Uhr
Weitere Vorstellungen
Sa, 10.08. | So, 11.08. | Di, 13.08. | Mi, 14.08. | Do, 15.08. | Fr, 16.08. | Sa, 17.08. | So, 18.08. |
Di, 20.08. | Mi, 21.08. | Do, 22.08. | Fr, 23.08. | Sa, 24.08. | So, 25.08. | Mi, 28.08. | Do, 29.08. |
Fr, 30.08. | Sa, 31.08. | So, 01.09.2019
Aufführungsdauer: ca. 2¾ Stunden inklusive Pause