Weimar. Premiere des Theaterabends „Brüder und Schwestern“ nach dem Roman von Birk Meinhardt am 10.11.2019 im e-werk weimar

Brueder und Schwestern 034 Foto Candy Welz

Anlässlich des Jubiläums „30 Jahre Mauerfall“ bringt das DNT Weimar als zentrale Position zum Spielzeitmotto „Blühende Landschaften“ Birk Meinhardts zweiteiligen Roman „Brüder und Schwestern“ auf die Bühne. Die Theateradaption der Familiensaga, in der das Ende der DDR und der Aufbruch in die gesamtdeutsche Wirklichkeit thematisiert wird, erlebt am Sonntag, 10. November 2019, 18 Uhr im e-werk weimar ihre Uraufführung.

Beginnend Mitte der 70er Jahre im thüringischen Gerberstedt spannt die Erzählung über die Familie Werchow den Bogen bis ins neue Jahrtausend und spiegelt in den Biografien der Protagonist*innen große und kleine Ereignisse dieses Zeitenwechsels. Da ist Vater Willy, Direktor einer staatlichen Druckerei, der sich in Systemkompromissen verliert und am Ende vor den Trümmern seines Ideengebäudes steht. Und da sind seine Kinder: der angepasste Erik, der widerborstige Matti, und die lebenshungrige Britta, die beim Zirkus landet. Sie alle erleben den Untergang 'ihres' Landes und müssen nun ihren Platz finden im neuen, größeren und lange sehr fremden Staatsgefüge, das sich 'vereintes Deutschland' nennt.

In einem spielerischen und gedanklichen Experiment, das Theater, Musik und bildende Kunst live verknüpft, greift die Inszenierung von Hasko Weber schlaglichtartig ihre Geschichten auf. Diesen nähern sich die Beteiligten ausgehend von Christian Tschirners Bühnenbearbeitung des Romans zugleich aus dem Blickwinkel ihrer ganz eigenen Erfahrungen des politischen Umbruchs und der Ankunft im bundesrepublikanischen Alltag. Neben Nadja Robiné, Isabel Tetzner, Nahuel Häfliger, Sebastian Kowski, Philipp Otto und Lutz Salzmann ist an dem Theaterabend auch der in Stendal geborene Maler Dieter M. Weidenbach aktiv beteiligt, dessen Schaffen immer ein kritischer Kommentar zum politischen Experiment des 'realen Sozialismus' war. Als „work in progress“ gestaltet er im Verlauf der geplanten Aufführungsserie live ein großflächiges Wandgemälde mit dem Titel „Zeitbeben“, das einen geschichtlichen und künstlerisch-autobiografischen Bogen bis in die Gegenwart entwirft. Sein Kunstwerk steht dabei ebenso wie die musikalischen Interventionen des aus Eisenhüttenstatt stammenden, international gefeierten Komponisten Sven Helbig im direkten Verhältnis zum Spiel des Ensembles.

Die Premiere ist bereits ausverkauft. Weitere Vorstellungen folgen am 13., 27.11., 15.12.2019, sowie ab Januar 2020

Foto: Candy Welz