Weimar. Studentisches Projekt „Seelenflüge“ mit sinfonischer Dichtung und Uraufführungen

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Das studentische Projekt „Seelenflüge“ zeichnet sich durch eine besondere Erzählqualität und eine originelle Erneuerung der gewohnten Konzertform aus. Konzipiert von Dirigierstudent Niklas Benjamin Hoffmann werden als zentrales Werk seines Masterkonzerts am Samstag, 27. Oktober um 19:30 Uhr im Festsaal Fürstenhaus Richard Strauss‘ „Metamorphosen“ für Solo-Streicher erklingen.

In dieser Sinfonischen Dichtung „lassen wiederkehrende Themen in changierenden Farben ein Bild von umherfliegenden und ineinanderfließenden Seelen entstehen“, so Hoffmann.

Zusätzlich zum Hauptwerk des Abends, den „Metamorphosen“, wird die Konzertidee in der ersten Programmhälfte aus der Perspektive weiterer Komponisten und Dichter beleuchtet. So erklingen drei eigens komponierte Lieder für Mezzosopran (Solistin: Anna Schors) und Orchester von Niklas Benjamin Hoffmann.

Die Uraufführungen mit den Titeln „Der Traum vom Fliegen“, „Medea U.S.A.“ sowie „Beim Schlafengehen“ auf Texte von Michael Ende und Hermann Hesse sind thematisch und klanglich in eine sorgfältig durchdachte Dramaturgie eingebettet, die das Publikum mit Textlesungen (Sprecherin: Esther Bertram) und Orchesterliedern sowie dem Adagietto von Gustav Mahler durch das Konzert trägt. Der Eintritt ist frei!

„Das Ziel dieser Art der Programmkonzeption ist es, das Publikum direkter zu erreichen und zu ermuntern, die Musik nicht nur zu konsumieren, sondern ihren Inhalt bewusst zu reflektieren und mit dem eigenen Alltag in Verbindung zu bringen“, erklärt Hoffmann als Dirigent des Abends. Auch die Zusammensetzung des Orchesters sei besonders: Der größte Teil besteht aus Studierenden der HfM Weimar, die aber durch Alumni verstärkt werden, die freiwillig für dieses Projekt nach Weimar zurückkehren und ohne Gage spielen.

Für die Studierenden entstehe so eine Plattform, um sich mit den Alumni, also Musikern aus dem professionellen Betrieb, zu vernetzen, was in der sich so rasant verändernden Musikbranche immer wichtiger werde, so der Dirigent. Niklas Hoffmann ergänzt: „In Zeiten von Social Media, Smartphones und einer Unzahl von Informationen von außen, ist die Verbindung zu uns selbst nicht immer selbstverständlich und kann unmerklich in den Hintergrund treten.

In diesem Konzert wenden wir uns dieser Verbindung wieder zu und werden verschiedene Sichtweisen romantischer Autoren und Komponisten zum Klingen bringen, die sich mit dem Thema beschäftigt haben.“

Foto: Andreas Pöcking