Weimarer Premiere von „Identität Europa“ am 03.10.2019 in der Studiobühne des DNT

Identitaet Europa 7615 Gruppenfoto Foto Ilja Mess

In der Studiobühne des DNT Weimar erlebt am Donnerstag, 3. Oktober 2019, 18 Uhr der in Koproduktion mit dem TAK Liechtenstein und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg entstandene Theaterabend „Identität Europa“ seine Weimarer Premiere. Zwei weitere Aufführungen folgen hier am 15.10. und 3.11.2019.

Ausgehend von der Frage, ob es eine europäische Identität gibt und worin diese bestehen könnte, haben acht Autor*innen aus acht europäischen Ländern acht Monologe über Europa heute geschrieben. Entstanden ist ein Parforceritt durch eben dieses - von Nord nach Süd, von Ost nach West, von innerhalb nach außerhalb der EU. Die Texte setzen unterschiedliche Schlaglichter und liefern dabei ein Abbild der Verschiedenheit europäischer Problemlagen. Eine Antwort auf die Frage, was die Identität Europas ausmacht, hat keiner von ihnen parat. Sie erzählen vielmehr etwas über Vielfältigkeit, die damit verbundenen Perspektiven und üben in der Beschäftigung mit der europäischen Idee zugleich auch Kritik an ihr.

Mal sinniert die alt gewordene Europa in Katerstimmung nach einer langen Partynacht über ihr Verhältnis zu ihren verschiedenen Liebhabern und Ehemännern. Mal klagt eine Schauspielerin die prekären Arbeitsverhältnisse ihres Berufsstandes ein und wagt einen kabarettistischen Rundumschlag zum Thema „Gerechtigkeit“. Ein Theaterregisseur muss sich einer politisch-korrekten Besetzungsfrage stellen und die Schweiz feilscht als eigensinnig Braut mit dem müde gewordenen Europa über einen Ehevertrag. Eine Frau trennt sich, weil sie sich nicht in tradierte Rollenmuster pressen lassen will, sondern auf ihrem Recht einer solitären Existenz besteht. Ein Vater versucht seinem Sohn beizubringen, dass DDR-Geschichte mehr ist als der Mauerfall, und ein junges Roma-Mädchen wechselt auf der Suche nach seiner Identität die Gesinnungen wie ein Chamäleon. Eine andere Person wiederum entwirft ein verhängnisvolles Gedankenspiel darüber, wie sich ein internationaler Konflikt auslösen lässt, mit dem „ein paar Dinge wieder geradegerückt“ werden sollen.

Die liechtensteinische Regisseurin Katrin Hilbe inszenierte jeweils zwei der Monologe mit Christiani Wetter und Thomas Beck, die beide ebenfalls aus Liechtenstein stammen. Rafael David Kohn aus Luxemburg erarbeitete die anderen vier Texte mit Krunoslav Šebrek und Katharina Hackhausen, die wie Bühnen- und Kostümbildner Alexander Grüner vom DNT Weimar aus an dem gemeinsamen Projekt beteiligt sind.

Neben Aufführungen in Liechtenstein, wo am 14.9. die Uraufführung stattfand, Weimar und Luxemburg wird die Produktion am 26. November auch beim Prager Theaterfestival deutscher Sprache zu sehen sein.

Für die Weimarer Premiere am 3.10. sowie die Vorstellung am 3.11. sind noch Karten erhältlich. Die Vorstellung am 15.10. ist bereits ausverkauft.

Foto: Autor