Weimar. Szenische Lesung mit Markus Fennert aus dem Roman von Imre Kertész im Rahmen der Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur am 9.11.2018 im E-Werk (Am Kirschberg 4, Weimar)

Im Rahmen der Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur findet am Freitag, 9. November 2018 um 20 Uhr im Kesselsaal des E-Werks (Am Kirschberg 4, Weimar) eine szenische Lesung aus dem „Roman eines Schicksallosen“ des Literatur-Nobelpreisträgers Imre Kertész statt. Die Veranstaltung ist Teil einer Aufführungsserie, die an insgesamt acht mit der Schoah in Verbindung stehenden Thüringer Orten zu erleben ist. Seit dem Auftakt in Erfurt am 3.11. waren das bisher Mühlhausen, Themar und Jena. Nach Weimar folgen noch Lesungen in Arnstadt (13.11.), Meiningen (14.11.) und Apolda (18.11.).

Der „Roman eines Schicksallosen“ schildert die Geschehnisse in den Konzentrationslagern von Auschwitz, Buchenwald, Zeitz und Ohrdruf. Und das aus einer überraschenden Perspektive: Mit der unbefangenen Naivität eines Fünfzehnjährigen erzählt der Protagonist ohne zu verurteilen vom Wohlgeordneten des Lageralltags und von der Lagerrealität als einer neuen, abenteuerlichen Welt. Kertész beschreibt damit die nationalsozialistischen Gräueltaten nicht als „Tragödie“ oder „schreckliches Schicksal“, sondern als industriell organisierte, von Menschen gemachte Abfolge realer Schritte, die nichts Schicksalhaftes an sich haben.

Der ungarische Autor Imre Kertész (1929 – 2016) verarbeitet mit diesem 1975 veröffentlichten, epochalen Roman seine eigene Lagerzeit. Als Vierzehnjähriger wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung zunächst ins Konzentrationslager Auschwitz, dann nach Buchenwald und in dessen Außenlager Wille in Tröglitz/Rehmsdorf bei Zeitz deportiert. Der „Roman eines Schicksallosen“ zählt zu einem der bedeutendsten literarischen Werke über den Holocaust. 2002 wurde Kertész dafür mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Die szenische Lesung gestaltet der Film- und Theaterschauspieler Markus Fennert (http://www.markus-fennert.de). Begleitet und kontrastiert wird seine Lesung von Haruna Kinugasa am Englisch-Horn, dem zentralen Trauerinstrument der klassischen Musik. Die künstlerische Leitung hat der Dramaturg und Regisseur Michael Dissmeier, Projektleiter der Thüringer Tage für jüdisch-israelische Kultur.

Hintergrund: Die Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur werden veranstaltet vom Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen e.V., gefördert von der Thüringer Staatskanzlei sowie der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und unterstützt von zahlreichen weiteren Partnern und Förderern. Neben den Achava-Festspielen und dem Yiddish Summer sind die Kulturtage das dritte fest in der Thüringer Kulturlandschaft verankerte Festival, was sich um die Pflege jüdisch-israelischer Kultur bemüht. 2018 finden die Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur zum 26. Mal statt.

Bildmaterial: herunterzuladen unter https://we.tl/t-oHeChfvGt2

Rückfragen und Informationen: Michael Dissmeier, Projektleiter der 26. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur, Tel. 0177/5824161, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Für die Lesung in Weimar sind noch Karten zum Preis von 10,50 Euro, ermäßigt 6 Euro an der Theaterkasse des DNT Weimar sowie an der Abendkasse im E-Werk erhältlich.