DNT Weimar und Theater Erfurt bringen Paul Dessaus Oper „Lanzelot“ in der Regie von Peter Konwitschny auf die Bühne – Premiere der Koproduktion am 23.11.2019 im Großen Haus des DNT Weimar

Lanzelot 113 Foto Candy Welz

In Koproduktion wagen das DNT Weimar und das Theater Erfurt eine außerordentliche Wiederentdeckung für die Musiktheaterwelt: 50 Jahre nach der Uraufführung bringen die beiden Häuser Paul Dessaus seit 1972 nicht mehr gespielte, monumentale Oper »Lanzelot« auf die Bühne zurück. Premiere ist am Samstag, 23. November 2019, 19.30 Uhr im Großen Haus des DNT Weimar. Die Regie liegt in den Händen von Peter Konwitschny, der seit Jahrzehnten mit seinen Arbeiten international Maßstäbe setzt. Seine Inszenierung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem musikalischen Leiter der Produktion Dominik Beykirch, 1. Koordinierter Kapellmeister am DNT, und dem renommierten Bühnenbildner und Grafikdesigner Helmut Brade, der auch die Kostüme entworfen hat.

Dessaus Oper „Lanzelot“ basiert auf Jewgeni Schwarz‘ in den 40er Jahren entstandenen Märchenkomödie „Der Drache“, die sich als Parabel auf totalitäre Herrschaften und ausbeuterische Systeme sowie den Kampf um Befreiung von Unterdrückung lesen lässt: Den Helden Lanzelot verschlägt es in eine Stadt, die seit Jahrtausenden von einem diktatorischen Drachen beherrscht wird. Die Menschen haben sich mit ihm einträglich arrangiert und entrichten für ihr bequemes, angepasstes Leben bereitwillig jährlich einen Tribut: die schönste Jungfrau der Stadt. Dieses Mal soll es Elsa treffen. Lanzelot, der sich in sie verliebt hat, beschließt der Tyrannei ein Ende zu setzen. Gegen den Willen der Stadtoberen und der Bevölkerung, die keinerlei Interesse an einer Änderung der Verhältnisse zeigen, nimmt er den Kampf gegen die Bestie auf und siegt. Doch die neu gewonnene Freiheit währt in dieser Umbruchszeit, in der alles möglich ist, nur kurz…

Von Heiner Müller im Libretto zur vielschichtigen und tiefsinnigen Satire zugespitzt, hat der Stoff angesichts der thematisierten Probleme und gesellschaftskritischen Aspekte auch heute nichts an Aktualität verloren. Paul Dessau schuf dazu eine klangfarbenreiche, bissige und überaus theatertaugliche Musik, die den Kosmos der Figuren und Geschehnisse ebenso wirkungs- wie humorvoll illustriert und kommentiert. Mit 30 Solorollen, einer umfangreichen Chorpartie und einem gigantischen Orchesterapparat inklusive enormen Schlagwerkarsenal stellt das Werk eine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Die Titelpartie gestaltet Máté Solyom-Nagy, den Drachen Oleksandr Pushniak. Gemeinsam mit ihnen sind u.a. Emily Hindrichs (Elsa), Uwe Stickert (Heinrich), Wolfgang Schwaninger (Bürgermeister), Juri Batukov (Charlemagne) und Daniela Gerstenmeyer (Kater) zu erleben. Es singen und spielen die Opernchöre des DNT Weimar und des Theaters Erfurt sowie der Kinderchor der schola cantorum weimar. Es spielt die Staatskapelle Weimar.

Für die Premiere am 23.11. sind nur noch wenige Restkarten erhältlich. Weitere Vorstellungen in Weimar stehen am 29.11., 13.12., 28.12.2019 und 19.01.2020 auf dem Programm. Am Theater Erfurt erlebt die Inszenierung dann am 16.05.2020 mit dem Philharmonischen Orchester Erfurt und der Chorakademie Erfurt ihre Premiere, gefolgt von ebenfalls vier weiteren Aufführungen.

Foto: Candy Welz