Erfurt. „Spielraum der Freiheit“ lautet das Motto einer Tagung über Dietrich Bonhoeffer und die Künste vom 5. bis 7. April im Evangelischen Augustinerkloster in Erfurt.

Ulf Petersen arbeitet an einer Bonhoeffer Büste

Der Dietrich-Bonhoeffer-Verein lädt dazu ein, über Bonhoeffers Liebe zu Musik, Dichtung, Skulptur und Lebenskunst zu reflektieren und das Thema in Werkstattgruppen spielerisch umzusetzen. Unter anderem liest der Schriftsteller Patrick Roth aus seiner „Christus-Trilogie“. Als Ergebnis der Werkstattarbeit wird am 7. April um 19.30 Uhr die symphonische Aufführung „Dietrich Bonhoeffer und die Künste“ in der Klosterkirche öffentlich präsentiert, der Eintritt dazu ist frei. Nähere Informationen und Anmeldung: www.dietrich-bonhoeffer-verein.de.

Kunst sei ein „Spielraum der Freiheit“, schrieb Dietrich Bonhoeffer am 23. Januar 1944. „Auf der Tagung geht es um diesen Spielraum der Freiheit. Wir möchten Spielräume offenhalten, damit die Teilnehmenden in der Rezeption und in der Teilhabe am Geschehen der Kunst die Freiheit des Denkens erfahren, um die eigene Kreativität zu stärken und so Impulse für selbstständiges Handeln und eigenständige Reflexion freizusetzen“, sagt Daniel Baldig vom Dietrich-Bonhoeffer-Verein. Unter anderem geht es um die Frage, ob unter den heutigen gesellschaftlichen Bedingungen die Kirche Hüterin eines „Spielraums der Freiheit“ sein kann, wie ihn Bonhoeffer damals forderte.

Am ersten Abend (5. April) wird der Schriftsteller Patrick Roth aus seiner „Christus-Trilogie“ lesen. Nach einführenden Vorträgen über Bonhoeffers Zugang zu den Künsten werden den Teilnehmenden eigene Spielräume in Werkstätten zu Musik, Bildender Kunst und Poesie eröffnet. In der „Symphonischen Aufführung“ dürfen alle Beteiligte Zuhörende oder Zuschauende sein oder sich als Kunstschaffende hören und sehen lassen. Unter anderem wird eine gläserne Bonhoeffer-Büste des an der Tagung teilnehmenden Künstlers Ulf Petersen enthüllt.

Weitere Informationen im Internet: www.dietrich-bonhoeffer-verein.de

Hintergrund: Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein entschiedener Gegner der Nationalsozialisten und trat für die Pflicht der Christen zum Widerstand gegen staatliche Unrechtshandlungen ein. Als Mitarbeiter der Bekennenden Kirche wurde er zu einem führenden Theologen der kirchlichen Oppositionsbewegung. Die SS ermordete ihn im April 1945 im KZ Flossenbürg. Der Dietrich-Bonhoeffer Verein (dbv), 1983 gegründet, fördert die Wahrnehmung christlicher Verantwortung in Kirche und Gesellschaft. Leben und Werk Dietrich Bonhoeffers gelten für die Mitglieder als unverändert gültige, in die Zukunft weisende Herausforderung zu kritischem Glauben, Denken und Handeln.

Foto: Ulf Petersen beim Arbeiten an einer Bonhoeffer-Büste (Quelle: Dietrich-Bonhoeffer-Verein).