Kirill Karabits und die Staatskapelle Weimar präsentieren am 19. / 20. August 2018 in der Weimarhalle den 1. Akt von „Sardanapalo“

Airam Hernandez03 Foto Coke Riera

Zur Saisoneröffnung wartet die Staatskapelle Weimar am kommenden Wochenende mit einem außergewöhnlichen Ereignis auf: Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Kirill Karabits bringt sie im 1. Sinfoniekonzert am 19. und 20. August in der Weimarhalle Franz Liszts Opernfragment „Sardanapalo“ zur Uraufführung. Das unvollendete, schwer entzifferbare Manuskript hatte seit über hundert Jahren weitgehend vergessen im Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv geschlummert. Zum Leben erweckt wurde die Musik von David Trippett, Professor an der Cambridge Universität, der das Werk unter Berücksichtigung vorliegender Anweisungen des Komponisten rekonstruierte und orchestrierte, so dass es nun erstmals hörbar gemacht werden kann. Das Libretto basiert auf Lord Byrons Tragödie »Sardanapalus«, die Liszt als Oper im besten italienischem Stil zu verarbeiten gedachte. Sein Vorhaben blieb allerdings im ersten der geplanten drei Akte stecken, der den Fokus auf die Liebe zwischen dem König und seiner Lieblingskonkubine Mirra. Verweichlicht durch Genusssucht, interessiert sich Sardanapalo mehr für Wein, Frauen und ausschweifende Feste als für Politik und Kriege. Doch als ihn der Wahrsager und ehemalige Militärkommandeur Beleso vor einer drohenden Rebellion warnt, trifft er die schicksalshafte Entscheidung, zu den Waffen zu greifen und sein Königreich zu verteidigen.

Die Titelpartie übernimmt der Tenor Airam Hernández, der kurzfristig für den erkrankten Charles Castronovo einspringt. Als Mirra ist die Sopranistin Joyce El-Khoury zu erleben, als Beleso der Bassbariton Oleksandr Pushniak, der ab dieser Spielzeit am DNT Weimar fest engagiert ist. Es singen die Damen des DNT-Opernchores, die im zweiten Teil auch gemeinsam mit dem Knabenchor der Jenaer Philharmonie den Chorpart in Liszts „Dante-Sinfonie“ gestalten werden: Ein ausdrucksstarkes Werk, dessen hochemotionale Musik den Hörer eintauchen lässt in die Gefühlswelten der in Dantes »Göttlicher Komödie« geschilderten Jenseitsreise durch Hölle und Fegefeuer hin zum Paradies. Zur Eröffnung erklingt an beiden Abenden Liszts Huldigungsmarsch für Carl Alexander anlässlich dessen Ernennung zum Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Konzertbeginn: jeweils 19.30 Uhr, Einführung: jeweils 18.45 Uhr im Flügelsaal der Weimarhalle

Karten: 20,70 – 40,70 Euro, Schüler: 8 Euro

Foto: Airam Hernandez ( Coke Riera )