Weimar. Vortrag und Buchvorstellung mit dem Historiker Prof. Dr. Wolfgang Benz am 4. Juni 2019 im Foyer des DNT Weimar

Gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und dem Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar lädt das DNT Weimar am Dienstag, 4. Juni 2019, 19 Uhr ins Foyer zu einer Buchvorstellung des neu erschienenen Sammelbandes "Antisemitismus in der DDR. Manifestationen und Folgen des Feindbildes Israel" ein. Dessen Herausgeber Prof. Dr. Wolfgang Benz ist ein international anerkannter Experte der Vorurteils- und Antisemitismusforschung. Der inzwischen emeritierte Professor für Zeitgeschichte lehrte von 1990 bis 2011 an der Technischen Universität Berlin und leitete bis 2011 das von ihm gegründete Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung. Vor dem Hintergrund einer neu auflebenden Fremdenfeindlichkeit und zunehmendem Antisemitismus wird er an diesem Abend in seinem Vortrag die Traditionen und Wirkungen judenfeindlicher Ressentiments und des negativen Israelbildes in der DDR bis heute in den Blick nehmen. Die DDR verstand sich als antifaschistischer Staat. Der Antisemitismus als Element faschistischer Ideologie galt damit als überwunden. Dagegen gehörte der politisch instrumentalisierte Antizionismus, der Israel als "Agressorstaat" definierte, jahrzehntelang zur Staatsdoktrin. Erst 1988, als der 50. Jahrestag der Novemberpogrome erstmals in Ostberlin aufwändig begangen wurde, kam es zu einer taktischen Annäherung an Israel.

Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Peter Reif-Spirek, stellvertretender Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

Der Eintritt ist frei.