Premiere für Oliver Bukowskis Stück „Verzicht auf zusätzliche Beleuchtung“ am 16. Mai 2016 im E-Werk

Verzicht auf zusaetzliche Beleuchtung 4375 Foto Candy Welz

Auch in diesem Jahr hat das DNT Weimar in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen eine Uraufführung herausgebracht: „Verzicht auf zusätzliche Beleuchtung“ von Oliver Bukowski. Nach der Premiere am vergangenen Mittwoch und zwei weiteren Vorstellungen im Rahmen der 72. Ausgabe des Theaterfestivals ist die Inszenierung von Stepan Rottkamp (Bühne: Kathrin Frosch, Kostüme: Justina Klimczyk) ab Mittwoch, 16. Mai 2018 im E-Werk zu sehen.

Alles und jeder/jede dreht sich in dem Stück um Rieke, eine Frau Ende Dreißig, deren Lebensentwürfe nicht so recht in die normierte Wirklichkeit um sie herum passen wollen. Da sie sich in dieser nicht zurechtfindet, spielt sie Leben und hat dabei allerlei verrückte Ideen, wer oder was sie sein könnte. Damit verblüfft, irritiert und verärgert Rieke ihre gesellschaftskonform tickende Mutter, ihre sich dem mütterlichen Chaos entziehende Tochter und den braven Unternehmer Holger, Liebhaber ihrer Herzensfreundin Jana. Wer ihr helfen will, im Alltag Fuß zu fassen und diesen zu bewältigen, gerät selbst ins Strudeln, erfährt aber auch eine Menge über sich selbst. Vor allem für Jana ist Rieke zum Projekt geworden, dem sie sich mit messianischem Eifer und einer bis zur Selbstaufgabe reichenden Hilfsbereitschaft widmet. Wie eine Co-Abhängige schützt sie die Extratouren ihrer Freundin und setzt dafür sogar die Beziehung zu Holger aufs Spiel. Bukowski entwirft ein sich gegenseitig bedingendes Beziehungsmodell, in dem er bewusst auf eine Beleuchtung der Psychologie seiner Figuren verzichtet. Sein Text stellt dabei auch die große Frage nach dem Verhältnis von Normalität und Wahnsinn, das Johanna Geißler, Nadja Robiné, Isabel Tetzner, Bastian Heidenreich und Sebastian Nakajew mit lebendigem Spiel, Humor und feinen Untertönen ausloten.

 

Premiere in Weimar: 16. Mai 2018, 20 Uhr, E-Werk

Weitere Vorstellungen: 23.5., 13.6. sowie in der nächsten Spielzeit

 

Karten: 21,80 Euro (Premiere), 18,20 Euro (Folgevorstellungen)

Foto: Autor