»Digitale Sammlungen« der Bauhaus-Universität Weimar stellen mehr als 13.000 Dokumente im Netz zur Verfügung

Weimar. Im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts »Prozessorientierte Diskursanalyse« wurde der digitale Bibliotheksbestand des »Virtuellen Labors« in die Digitalen Sammlungen der Bauhaus-Universität Weimar übertragen. An dem Projekt sind Medienwissenschaftler und Medieninformatiker aus Weimar und Regensburg sowie die Bibliotheken beider Universitäten beteiligt.

Mit der Sammlung, die von Prof. Dr. Henning Schmidgen aufgebaut wurde, wird an der Universitätsbibliothek Weimar ein Archiv zur Geschichte der experimentellen Lebenswissenschaften mit über 13.000 Dokumenten zur Verfügung gestellt, das weltweit von Forscherinnen und Forschern genutzt wird. Im Rahmen des Projekts soll der Datenbestand in den kommenden Jahren deutlich erweitert werden.

Der Datenbestand umfasst vor allem Quellen zur Geschichte der experimentellen Physiologie und Psychologie, die um 1860 zu paradigmatischen Wissenschaften der Moderne avancierten. Besondere Berücksichtigung finden dabei Dokumente zur Entwicklung und Verbreitung wissenschaftlicher Instrumente sowie der Architekturen entsprechender Laboratorien und Institute. Insgesamt handelt es sich um ca. 13.500 Digitalisate von einzelnen Aufsätzen und ganzen Büchern. Fotografien und Filme zählen ebenso zu dem zur Verfügung gestellten Material wie handschriftlich verfasste Briefe und Manuskripte.

Gemeinsam mit anderen Historikern hatte Schmidgen diese Sammlung zunächst am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin angelegt. Als er 2011 von Berlin an die Universität Regensburg wechselte, wurde das Projekt zunächst dort gespiegelt. Seit 2014 lehrt und forscht Schmidgen in Weimar, wo er wiederum in der Universitätsbibliothek einen Partner für die Weiterentwicklung seines Projekts gefunden hat.

Im Rahmen des DFG-Projekts »Prozessorientierte Diskursanalyse« soll der Datenbestand des »Virtuellen Labors« deutlich erweitert werden. In Kooperation mit Medieninformatikern sollen darüber hinaus neue Wege bei der inhaltlichen Erschließung und Aufschlüsselung des digitalen Textarchivs beschritten werden. »Als Wissenschaftshistoriker und Medienwissenschaftler bin ich sehr froh«, so Schmidgen, »mit den wunderbaren Kollegen in Weimar und Regensburg dieses Projekt weiterentwickeln zu können.«

Die Universitätsbibliothek hat 2011 die »Digitalen Sammlungen« der Bauhaus-Universität Weimar angelegt, für die – ebenfalls im Rahmen eines DFG-Projekts – insbesondere die historischen Bücher- und Zeitschriftensammlungen der Weimarer Kunst- und Bauhochschulen digitalisiert wurden. Seit dem Abschluss des Projekts im Jahr 2012 stellt die Universitätsbibliothek auf diese Weise etwa 1.000 Titel mit insgesamt etwa 300.000 Seiten als Volltexte zur Verfügung. Die Integration des Virtuellen Labors stellt eine erhebliche Erweiterung dieser digitalen Bestände dar.

Links:

Virtuelles Labor (Digitale Sammlungen der Bauhaus-Universität Weimar)
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/browse/-/1/-/DC:vlp/
Virtuelles Labor (Universität Regensburg)
vlp.uni-regensburg.de/index_html
Virtuelles Labor (Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin)vlp.mpiwg-berlin.mpg.de/index_html